Auf einen Kaffee mit Volkmar Wywiol

Ausgabe 23
Sa, 07/28/2018

Investor, Unternehmer-Legende und Kunst-Mäzen:

Auf einen Kaffee mit Volkmar Wywiol

Er ist ein Mann mit einer hochinteressanten Vita: Volkmar Wywiol, Gründer der international erfolgreich operierenden Stern-Wywiol-Gruppe. Der heute 82-jährige legte vor 38 Jahren mit der Gründung seines Unternehmens als „One-Man-Show“ den Grundstein für den heutigen Erfolg. Dabei hatte Volkmar Wywiol als ganz junger Mensch eigentlich ganz andere Pläne, wie er uns bei einer sehr guten Tasse heißem Kaffee im Gespräch in seinem Büro an der Alster in Hamburg erzählte. Damals nämlich wollte der Wahl-Hamburger Künstler werden. Was dies letztlich verhinderte, wieso die Führung eines Unternehmens in seinen Augen auch eine besondere Kunst darstellt und was er über die heutige Gründerszene denkt – das und noch viel mehr lesen Sie auf den Folgeseiten. Wir wünschen Ihnen wie immer eine gute Unterhaltung.

WiFöG: Herr Wywiol, Sie befinden sich in Ihrem 83. Lebensjahr, sind ein äußerst erfolgreicher Unternehmer und gelten als Visionär. Als junger Mann wollten Sie ursprünglich Künstler werden, was am Widerstand Ihres Vaters aber scheiterte. Wäre Ihr Leben genau so interessant bis heute hin verlaufen, wenn Ihr Vater damals gesagt hätte: „Junge, mach es!“?

Wywiol: Oh, nein, das denke ich nicht. Das war schon gut, dass damals mein Vater so konsequent mir gegenüber gewesen ist. Man darf bei all dem nicht vergessen: Das waren damals ganz andere Zeiten als heute. Die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln funktionierte noch nicht, Hunger habe ich am eigenen Leib verspürt. Der zweite Weltkrieg war vorbei und unser Land befand sich allmählich im Wiederaufbau. Es waren auch Jahre des Aufbruchs: Damals gab es für junge Menschen sehr viele Chancen, wenn man einigermaßen helle, fleißig und engagiert war. Mein Vater hatte den Wunsch, dass ich ohne große Nöte durchs Leben kommen sollte – daher sein Widerstand gegen meine jugendlichen Ideen der Kunst. Und für mein Leben darf ich sagen, dass er damals vollkommen richtiglag.

WiFöG: Geboren sind Sie in Brandenburg, Ihre große Karriere als Unternehmer aber haben Sie von Hamburg aus begonnen. Gibt es noch Beziehungen in die Heimat Ihrer Kindheit?

Wywiol: Wir sind öfters umgezogen in jenen Jahren, in denen ich Kind war, was auch dem Krieg geschuldet gewesen ist. Geboren bin ich in Brandenburg – Erinnerungen habe ich aber vor allem noch an die Kinderjahre in Mainz und später auch an Pritzwalk, wo es noch Beziehungen gibt. In und um Pritzwalk lebte ein Großteil meiner Verwandtschaft. Nach Kriegsende hatten wir Glück und konntenoffiziell in den Westen umziehen. Die Nachkriegszeit erlebte ich in Reinbek/Schleswig-Holstein und in Hamburg. Gefühlt bin ich ein echter Hamburger.

WiFöG: Vor ziemlich genau 38 Jahren starteten Sie als Unternehmer. Sie waren damals 44 Jahre jung. War das aus heutiger Sicht der richtige Zeitpunkt?

Wywiol: Nun, aus heutiger Sicht war das mit Sicherheit nicht zu spät … (Lächelt) Damals war mein Schritt durchaus konsequent. Ich hatte viele Jahre in der Führung eines Familienunternehmens gearbeitet, hatte mich vom Lehrling zum Geschäftsführer hoch gearbeitet, trug große Verantwortung und es machte mir Freude neue Ideen voranzubringen. Aber ich verdiente auch sehr gut – ohne selbst komplett im Risiko zu stehen. Daher war es auch ein wenig mutig, damals diesen Schritt zu gehen.

WiFöG: Gab es damals Menschen in Ihrem Umfeld, die diesen Schritt als zu riskant empfanden?

Wywiol: Nein, eigentlich nicht. Viele Freunde hatten mir Mut gemacht. Aber die Begeisterung meiner Frau hielt sich zunächst in Grenzen. Ich denke aber, das ist durchaus verständlich bei drei heranwachsenden Kindern.

WiFöG: Aber mitgezogen hat sie dennoch?

Wywiol: Absolut ja! Ohne ihre Unterstützung hätte ich das alles nicht so gut zustande bringen können. Wir hatten uns auf Arbeitsteilung verständigt. Meine Frau war für Haus, Hof und Kinder zuständig und ich bewegte mich in der weiten Welt. Das war nicht immer einfach für die Familie.

WiFöG: Wenn Sie die jungen Start-up-Unternehmer also die Gründerszene betrachten, glauben Sie, dass dieser Trend anhalten wird?

Wywiol: Ein ganz klares „JA“. Dieser Trend wird noch eine ganze Weile anhalten. Das ist auch gut so, dass diejenigen, die gute Ideen haben und unternehmerisch tätig werden wollen, mehr in den Blickpunkt rücken und mit Risikokapital unterstützt werden.

WiFöG: Was denken Sie über die Gründer von heute?

Wywiol: Ich denke, dass es eine großartige Herausforderung ist, gute Geschäftsideen zu entwickeln und damit ein eigenes Unternehmen aufzubauen. Ich beobachte allerdings auch, dass ein Teil der heutigen Gründer zu sehr die sogenannten „Dollarzeichen“ im Augen haben. Mir persönlich fehlt dann ein wesentlicher Leitgedanke, den ich selbst immer in mir hatte und habe: Nämlich, dass man mit seinem Produkt oder seiner Service-Idee versucht, dem Kunden einen Zusatznutzen zu geben. Im Fokus sollte also mehr die unternehmerische Aktivität stehen. Ich meine damit, nicht das Geld darf im Vordergrund stehen, das der Gründer möglicherweise bei einem Verkauf des Unternehmens kassieren könnte. Das ist für mich kein langfristig den-kender Unternehmer mit Verantwortung für Mitarbeiter und für die Gesellschaft.

WiFöG: Was war damals für Sie selbst der ausschlaggebende Punkt, sich selbstständig zu machen?

Wywiol: Auch als Angestellter war ich immer ein aktiver, neugieriger Mensch mit vielen Zukunftsideen. Ich fühlte mich als unternehmender Unternehmer. Ich war 25 Jahre in diesem Familienbetrieb tätig und konnte den Betrieb zu einem Spezialisten in Lecithin entwickeln. Eines Tages wurde die dritte Generation implantiert, die verständlicherweise alles anders und noch besser machen wollte. Da entschied ich mich, meinen eigenen Weg zu gehen. Zwei Jahre lang versuchte ich ein kleines Unternehmen zu kaufen. Etwas Geeignetes zu finden war damals wie heute nicht einfach. Mit viel Glück gelang es mir am Ende die kleine Sternchemie in Hamburg, zu erwerben. Den Kaufpreis von DM 300.000,- hatte ich nicht und durfte den Betrag über 10 Jahre abzahlen.

WiFöG: War Ihre Strategie von Anfang an auf ein so starkes Wachstum, wie es letztlich erfolgt ist, ausgerichtet?

Wywiol: Nein, in keiner Weise. Es ging um das Überleben! Ich war über Nacht eine Onemanshow und musste alles allein gestalten und neue Wege des Handels suchen. Vieles wurde angepackt und wieder verworfen, dennoch bin ich meiner alten Materie der Ingredients und der Lecithine treu geblieben.

»Social Media ist eine interessante Entwicklung für mich ganz persönlich. Und ich freue mich manchmal sogar richtig darauf, in bestimmten Diskussionen die unterschiedlichen Standpunkte Anderer zu lesen. Gut: Manche schreiben da auch Unsinn, mit relativ wenig Reflexion. Dann denke ich: Auweia! Insgesamt ist mir aber schon aufgefallen, dass es sehr viel Zeit „frisst“, wenn man da aktiv dabei bleiben will …«

WiFöG: Wie ist Ihr Unternehmen heute aufgestellt? Wywiol: Hervorragend. (Lacht herzlich) Derzeit gehören zur Stern-Wywiol Gruppe 12 Spezialfirmen sowie 16 eigene Niederlassungen im Ausland dazu. Wir produzieren Zutaten und Zusatzstoffe
für Lebensmittel und Tiernahrung. Über 1.350 Mitarbeiter generieren einen weltweiten Umsatz von 520 Mio. EUR.

WiFöG: Was waren die Erfolgsparameter?

Wywiol: Danach werde ich oft gefragt. Viele Dinge müssen positiv zusammenfließen. Da ist als erstes die Familie. Doch entscheidend für mich waren drei Dinge: Mut, Kreativität und Wille. Hinzukommen
dann noch die Eigenschaften der Neugierde, immer wieder etwas Neues zu entdecken und zu schaffen. Ohne Phantasie ist ein Unternehmer zum Sterben verurteilt.

WiFöG: Das ist wirklich beeindruckend. Kommen wir zu einem anderen Aspekt. Stichwort „Auftanken“: Derzeit sind Sommerferien. Sind und vor allem waren Sie selbst eigentlich im Urlaub gut in der Lage abzuschalten und aufzutanken? Oder entwickeln Sie ohne Unterlass neue Ideen?

Wywiol: Das ist eine sehr gute Frage! Früher als die Kinder noch kleiner waren, da habe ich selbstverständlich in den Urlauben abgeschaltet – wie Sie das nennen – und mich mit der Familie beschäftigt. Ich gebe aber zu, dass es für mich nicht immer leicht gewesen ist. Meine Frau hatte hier oft die größeren Aufgaben zu meistern. Als die Kinder dann groß waren, als keine gemeinsamen Reisen mehr auf dem Programm standen, habe ich intensiver damit begonnen, Urlaube als eine Art Ideenbringer zu sehen. Es war für mich ein Privileg auf meinen vielen Geschäftsreisen durch 4 Kontinente immer wieder Neues und Überraschendes zu entdecken und Dinge daraus abzuleiten. Das war zwar bestimmt nicht immer ganz einfach für meine Frau und auch für den einen oder andere Mitarbeiter – schaffte aber immer Diskussionen und am Ende Innovationen.

WiFöG: Auf diese Art und Weise sorgte ein Mehlsack vor einigen Jahren dafür, den Sie per Zufall am Strand von Dubai fanden, dass die Stadt Wittenburg bei uns im Landkreis heute um mindestens eine Attraktion reicher ist …

Wywiol: Das haben Sie sehr treffend formuliert. Ich spazierte damals mit meiner Frau am Strand von Dubai, als plötzlich vor meinen Füßen im Sand ein leicht ramponierter Mehlsack eines unserer Kunden lag. Ich buddelte ihn heraus und betrachtete ihn eine ganze Weile. Er war bereits vom Salzwasser und der Sonne stark ausgeblichen. Dennoch blieb er in allem klar erkennbar. „Den nimmst Du mit“, sagte ich mir insgeheim. Zuhause angekommen bat ich einen befreundeten
Künstler, den Sack ein wenig „aufzuhübchen“ und hängte ihn schließlich in einem Rahmen in meinem Büro auf. Für mich war es ein Kunstwerk der besonderen Klasse.

WiFöG: Was sagten Ihre Mitarbeiter dazu?

Wywiol: Nun, ich wurde natürlich belächelt, nicht jeder sah darin ein „Kunstwerk“ wie ich … (Lacht herzlich) Aber nach meinem Verständnis bin ich als Chef wohl Erster unter Gleichen - Primus inter pares - habe aber in bestimmten Dingen das letzte Wort und konnte entscheiden. Kunden die uns in Hamburg besuchten, fragten mich, weshalb dort nur ein Mehlsack von nur einer Mühle hängt? Daraufhin bat ich unseren Vertrieb, Mehlsäcke aus allen Mühlen der Welt zu sammeln. Eine verrückte Idee, aber allmählich erkannten auch die Mitarbeiter den Wert dieser Idee. Es geht bei den Säcken um die Logos, die großartige Geschichten über Mehl, ihre Bedeutung und über die Kraft, die im Korn steckt, erzählen. Immerhin werden jährlich 450 Mio. Tonnen Mehl zu Brot und Brötchen, Keksen und Pasta verarbeitet.

WiFöG: Und nun gibt es in Wittenburg im Landkreis Ludwigslust-Parchim das einzige Museum weltweit, in dem Mehlsäcke aus aller Herren Länder ausgestellt werden …

Wywiol: Sehr richtig. Auf das MehlWelten Museum sind meine Mitarbeiter und ich auch sehr stolz. Dennoch gib es in Wittenburg ja noch sehr viel mehr zu bestaunen – die weltweit einzige Replik von Ötzi beispielsweise.

WiFöG: Wie haben Sie Ötzi bekommen? Die befindet sich doch eigentlich in Bozen?

Wywiol: Ja, das stimmt. Bozen hat ein wunderbares Museum über den „Mann aus dem Eis“ errichtet, im Volksmund Ötzi genannt, der vor 5300 Jahre lebte. Als ich erfuhr, dass man zwei Urkörner des Einkorns im Saum seines Mantels fand, sagte ich mir, eine Replik des Ötzi muss ich nach Wittenburg bringen. Kein Besserer kann die Geschichte des Getreides erzählen. Natürlich war das nicht einfach, die Direktorin des Bozener Museums, Dr. Angelika Fleckinger, zu überzeugen. Aber es gelang und heute steht die einzige Replik des Ötzi – außerhalb Italiens – in Wittenburg. Das war für mich eine Art Geniestreich und viele Menschen sollten sich den Ötzi im Museum ansehen.

WiFöG: Wieso steht Ihr Museum gerade in Wittenburg?

Wywiol: Das hatte mehrere Gründe. Der Wichtigste: In Wittenburg ist heute unser größter und strategisch wichtigster Produktionsstandort – mit über 350 Mitarbeitern. Da ist es naheliegend sich an diesem Ort auch ein Stück weit mehr zu engagieren. Auf der anderen Seite gab es zu jener Zeit, als ich das Museum plante, in Wittenburg eine für unser Vorhaben ideales Gebäude. Der Bürgermeister war von meiner Idee begeistert und empfahl uns, das 150-Jahre alte  Amtsgerichtgebäude, das während der DDR-Zeiten als Schule genutzt wurde, zu übernehmen. Und so geschah es. Wir haben viel Geld in die Hand genommen und das wunderbare Gebäude in ein weltweit einzigartiges Museum verwandelt.

WiFöG: Apropos Kunst: Sie haben Ihr Interesse für die Kunst weiterhin aufrechterhalten und fördern als Mäzen Künstler. Wenn Sie versuchen müssten, den Begriff „Kunst“ in zwei Sätzen zu beschreiben, was wäre Ihre Antwort?

Wywiol: Oh, das ist eine gute Frage. Ich möchte drei wichtige Punkte nennen, die Kunst erfüllen muss, wenn sie als genau das angesehen werden will. Kunst muss inspirieren und gleichsam motivieren. Sie berührt den Menschen und nährt dessen Fantasie und Innovationskraft. Außerdem – und das ist mir ganz wichtig dabei – regt Kunst zu Diskussionen an.

WiFöG: Inwiefern?

Wywiol: Nun, nehmen wir einmal diese Plastik hier. (Volkmar Wywiol zeigt auf eine Plastik, auf der ein Esel und ein Mensch sich gegenüberstehen. Zwischen beiden befindet sich ein Seil. Der Mensch hat es in Händen, der Esel um den Hals. Beide scheinen am Seil zu ziehen.) Was meinen Sie: Wer zieht hierwen? Darüber kann man lange diskutieren, philosophieren und Standpunkte setzen. Wer ist hier wer: Wer der Esel und wer der Mensch, wer der Kunde, wer der Lieferant?

WiFÖG: In der Tat ein Beispiel, das zu Diskussionen führt …

Wywiol: Sehen Sie, und das liebe ich an der Kunst. Der Gedanken- und Meinungsaustausch über unterschiedliche Sichtweisen. Übrigens ist für mich auch ein Unternehmen ein Kunstwerk. Genauso wie ein Bild oder eine Skulptur erfordert es Mut und Schaffenskraft, Ideenreichtum und Fleiß. Und ein gutes Kunstwerk hat immer eine Seele, genauso wie ein Unternehmen.

WiFöG: Dann sind Sie ja doch ein Künstler geworden …

Wywiol: Ja indirekt. Ich sehe mich als unternehmerischer Künstler. Für mich ist es beispielsweise nicht egal, wo und in welcher Umgebung meine Mitarbeiter arbeiten. Räume, Design, Farbe und Licht müssen anregen. Der Mitarbeiter muss sich in einer geglückten Atmosphäre wohlfühlen. Nur dann kann er gute Leistungen langfristig vollbringen.

WiFöG: Die von Ihnen gegründete Unternehmensgruppe wird mittlerweile seit einigen Jahren operativ von Ihrem Sohn geführt. Hatten Sie bereits 1980 im Jahr der Gründung die Vorstellung, dass eines Tages ein weiterer Wywiol in Ihre Fußstapfen
treten wird?

Wywiol: Nein, das habe ich damals weder so gedacht noch geplant. Wie auch? Ich hoffte ja zunächst, dass meine Firma mich und somit meine unmittelbare Familie versorgen kann. Dennoch habe ich mich sehr gefreut, als mein Sohn sich entschloss, mit einzusteigen. Wobei wir auf seinen Wunsch hin erst einmal testen mussten, ob wir beide das gut miteinander aushalten …

WiFöG: Wie ging das vonstatten?

Wywiol: Mein Sohn bringt alles mit, was man braucht, um erfolgreich ein Unternehmen zu führen, dessen war ich mir schon zuvor sehr lange sicher. Er war ja viele Jahre bei Reemtsma als Marketingmann tätig und kannte die Herausforderungen als Manager. Doch unser Problem war: Einen Sohn in die oberste Position zu installieren und erfahrenen, kampferprobten Senioren vorzusetzen, kam für uns beide nicht in Betracht. So kam mein Sohn auf die Idee, eine kleine Firma neu zu erwerben, wo er sich als Gesellschafter und alleiniger Geschäftsführer bewähren kann, unabhängig von der Gruppe. Per Zufall kannte unser Wirtschaftsprüfer eine kleine Schokoladenfabrik, die einen Nachfolger suchte. Das war ein idealer Einstieg, damit Vater & Sohn sich auch als Geschäftspartner besser kennenzulernen. Denn das ist etwas ganz Anderes als Sohn innerhalb der Familie.

WiFöG: Sie unterstützen seit vielen Jahren nicht nur die Kunst, Sie sind auch sehr engagiert in zahlreichen sozialen Bereichen – in Initiativen und Projekten. Worauf sind Sie am meisten stolz?

Wywiol: Das ist schwierig zu beantworten. Stolz bin ich eigentlich auf viele soziale Aktivitäten, die wir in den vergangenen Jahren angefasst und vollendet haben. Auch auf Dinge, die wir mit angeschoben haben. Ich unterstütze beispielsweise seit Langem ein größeres Schul- und Waisenhaus Projekt in Uganda. Eines Tages schrieb die Leiterin: „Hätte ich einen Bullen, könnte ich meine Kinder besser ernähren“. Spontan fragte ich meine Assistentin: „Haben Sie Lust nächste Woche nach Uganda zu fliegen und einen Bullen zu besorgen?“. Gesagt, getan. Das ist schon ein paar Jahre her und die Rinder haben sich prächtig vermehrt – das finde ich toll und darauf bin ich und meine Mitarbeiter stolz.

WiFöG: In den zahlreichen Jahrzehnten Ihres unternehmerischen Wirkens sind Sie mit vielen anderen wichtigen Menschen in Kontakt gekommen. Gibt es eine Persönlichkeit, die Sie selbst kennen gelernt haben, die bis heute hin ein echtes Vorbild für Sie ist?

Wywiol: Ja, es gibt viele Menschen die mich mit Ihrem TUN beindruckt haben, ich habe viel von ihnen gelernt. Wenn Sie aber Persönlichkeiten aus der Politik meinen, dann haben mich in meiner Jugend Männer und Visionäre wie Konrad Adenauer und auch Ludwig Ehrhard mit seiner Politik der sozialen Marktwirtschaft begeistert.

WiFöG: Herr Wywiol, Sie haben vor kurzem damit begonnen, die sogenannten „Sozialen Medien“ für sich zu entdecken.Was halten Sie persönlich davon?

Wywiol: Das ist eine interessante Entwicklung für mich ganz persönlich. Und ich freue mich manchmal sogar richtig darauf, in bestimmten Diskussionen die unterschiedlichen Standpunkte Anderer zu lesen. Gut: Manche schreiben da auch Unsinn, mit relativ wenig Reflexion. Dann denke ich: Auweia! Insgesamt ist mir aber schon aufgefallen, dass es sehr viel Zeit „frisst“, wenn man da aktiv dabei bleiben will … (Lacht sehr herzlich) Aber im Haus habe ich viele junge Ansprechpartner, die mir das alles gut erklären. Ich denke, meine abschließende Antwort lautet: Spannend! Ja, es macht Freude, jeden Tag – egal wie Alt man ist - dazuzulernen.

WiFöG: Herr Wywiol, wir danken Ihnen sehr für dieses Gespräch.

© Bilder: Stern-Wywiol-Gruppe

Steckbrief

  • Gegründet 1980 als Ein-Mann-Betrieb
  • Heute: 1350 Mitarbeiter
  • Weltweiter Umsatz: 520 Mio. €
  • Produktion von Zutaten und Zusatzstoffen für Lebensmittel und Tiernahrung
Stern-Wywiol Gruppe GmbH & Co. KG An der Alster 81 | 20099 Hamburg
www.stern-wywiol-gruppe.de Telefon: +49 / (0) 40 / 284 039-0 | E-Mail: info@stern-wywiol-gruppe.de

 

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Marc Brendemühl
Projektmanager Kommunikation und Marketing
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