Frank Jochmann – Unternehmer des Jahres in M-V 2018

Ausgabe 31
Fr, 11/23/2018

Von der Vision, selbstständig zu sein:

Frank Jochmann – Unternehmer des Jahres in M-V 2018

Begonnen hat alles 1990: Als sich die Wiedervereinigung vollzieht, reift in Frank Jochmann der Plan, Unternehmer zu werden. Der damals 3-fache Familienvater beschließt in Absprache mit seiner Frau, einen Betrieb zu gründen, der zunächst mit Sanitärartikeln handelt. Nebenbei absolviert der gelernte Betriebshandwerker seinen Meister. Die Firma etabliert sich als Handwerksbetrieb im Sanitär- und Heizungsbereich – mit einem eigenen Fachmarkt. Seine Vision, größter handwerklicher Arbeitgeber in seinem Bereich in unserer Region zu werden, geht auf. Heute beschäftigt Frank Jochmann über 45 Mitarbeiter, die er von Anfang eng an das Unternehmen bindet und bei wichtigen unternehmerischen Entscheidungen beteiligt. In diesem Jahr wird er u. a. dafür als Unternehmer des Jahres in Mecklenburg-Vorpommern ausgezeichnet. Sitz des Unternehmens: Parchim im Landkreis Ludwigslust-Parchim.

Als Frank Jochmann sich auf den Weg nach Wismar macht, ahnt er nichts davon, dass er bereits wenige Stunden später die vielleicht wichtigste Ehrung seiner unternehmerischen Laufbahn erhalten wird. Eingeladen wurde er – wie viele andere – weil ihn jemand Drittes nominiert hatte. Auch davon weiß Frank Jochmann zu diesem Zeitpunkt nichts. Ebenfalls eingeladen: die Frau eines seiner langjährigen Mitarbeiter. Sie hatte den Handwerksmeister nominiert, ohne dies zuvor mit ihm abzusprechen. Eingeweiht war nur ihr Mann. Da dieser seinen Chef lediglich informiert hatte, dass seine Frau auch zu der Veranstaltung wolle, bietet Jochmann an, diese mitzunehmen – weil es praktisch sei.

Angekommen in Wismar, wird Frank Jochmann sehr freundlich begrüßt. Er wird gefragt, ob er sich schon freue. „Selbstverständlich – habe ich gesagt. Ohne zu wissen, was die genau von mir hören wollten“, erzählt Jochmann. Als die Kategorie „Fachkräftesicherung und Familienfreundlichkeit“ aufgerufen wird, ist er begeistert – denn sein Unternehmen hat es bereits unter die Besten des Jahres geschafft. Nach und nach werden die weiteren Auserwählten präsentiert. Dann die Überraschung: Der Preis als Unternehmer des Jahres 2018 geht an ihn selbst. „Glauben Sie mir – im ganzen Saal war wohl niemand mehr überrascht als ich. Das hatte ich nie und nimmer erwartet“, Jochmann lacht, während er diese Episode erzählt. Noch während er sich zur Ehrung nach vorn im Saal begibt, werden Filmsequenzen auf einem überdimensionalen LED-Bildschirm gezeigt. Zu sehen: sein Betrieb, seine Mitarbeiter und auch er selbst. Jochmann: „Als die Aufnahmen entstanden, hatte man mir gesagt, die seien für eine kurze Fernsehreportage des NDR. Ich hatte mich schon nach ein paar Tagen gefragt, wieso die noch nicht ausgestrahlt worden sind.“

Unternehmer des Jahres in Mecklenburg-Vorpommern – eine Auszeichnung, die Frank Jochmann stolz macht. Insbesondere in der Kategorie „Fachkräftesicherung und Familienfreundlichkeit“ – ein Bereich, der das Handwerk sehr stark tangiert. „Meine Mitarbeiter kennen unser Unternehmen und sie nehmen ihre Pflichten sehr ernst. Dennoch ist die Familie etwas, das es zu schützen und zu unterstützen gilt. Sei es bei Erziehungszeiten, Pflege naher Angehöriger und vielen weiteren kleinen und großen Fragen des täglichen Lebens. Das gilt für meine eigene Familie – und ebenso für die Familien der Mitarbeiter“, sagt der mittlerweile 6-fache Vater. Drei Söhne vor der Wiedervereinigung, 3 Töchter danach – das Engagement von Frank Jochmann als Arbeitgeber erklärt sich aus seinen persönlichen Umständen beinahe von selbst.

Von Anfang an zielorientiert und selbstbewusst

Dabei waren diese Umstände durchaus komplex, als Frank Jochmann die Entscheidung traf, sich selbstständig zu machen. Im Kopf habe er das immer schon gehabt, sagt er. Nur sei es in der DDR halt nicht gegangen. Mit den Veränderungen durch die Wiedervereinigung gerieten die Dinge aber in Bewegung. Jochmann, der seine Kindheit in Plau am See verbrachte, spürte das. „Schon damals, gleich zu Beginn, wollte ich ein großer und bedeutender Arbeitgeber in der Region werden. Nicht aus Eitelkeit, sondern aus Verantwortung“, erinnert er sich. Menschen Arbeit und damit eine Grundsicherung zu geben spielte bei den ersten Gedankenspielen die gleiche Rolle, wie der Wunsch groß und unabhängig zu werden: „Ich wollte etwas bewegen.“

Mit den Jahren wuchs das Unternehmen immer weiter. Frank Jochmann machte seinen Meister, um als Handwerksbetrieb agieren zu können. Eine wichtige strategische Entscheidung, die sich auszahlen sollte. Dazu der eigene Fachmarkt mit beinahe 1.000 Quadratmetern Verkaufsfläche: „Wir bieten unseren Kunden Lösungen, die aus einer Hand kommen. Bei uns können unsere Kunden einfach mal vorbei kommen, um sich Anregungen – beispielsweise für den Badumbau – zu holen und zu schauen, wie bestimmte Produkte in Wahrheit aussehen. “ Und dafür musste Jochmann, der zunächst in seiner eigenen Wohnung die erste Betriebsstätte eröffnet hatte sich nach und nach vergrößern. Nach gut 3 Jahren ging es in die Parchimer Innenstadt – wo bereits eine Badausstellung auf ca. 60 Quadratmetern in Augenschein genommen werden konnte. Im Jahr 2000 erfolgte dann der Umzug in den jetzigen Unternehmenssitz. Jochmann: „Ich habe gelernt, die Größe und die Art der Betriebsstätte sowohl an die Bedürfnisse unserer Kunden anzupassen, als auch an die Tatsache, dass wir selbst Platz und Raum zum agieren brauchten. Jetzt passt es optimal.“

Man lernt nie aus im Leben

Apropos „lernen“: Frank Jochmann ist überzeugt davon, dass Lernen eine großartige Komponente für ihn als Mensch sei. Er gehört zu jenen mittelständischen Unternehmern, die Coachings von Außen zulassen und die jene neuen Impulse wertschätzen. Einmal im Jahr geht der passionierte Segler an Bord eines Schiffes im Mittelmeer, um dort mit Gleichgesinnten unter der Anleitung eines erfahrenen Coaches und Seglers sowohl Meilen zu machen, als auch neue Ideen für Themen aus den Bereichen „Governance“ und „Werte“ mit auf den Weg zu bekommen. Jochmann: „Dabei geht es im Kern aber immer um den Menschen selbst. Wie sehen wir uns selbst, wie behandeln wir andere und wie will ich behandelt werden. Das sind immer sehr erkenntnisreiche Reisen – verknüpft mit meiner ureigenen Leidenschaft: dem Segeln.“

Wer am Plauer See aufgewachsen ist, pflegt Frank Jochmann zu sagen, für den gebe es kaum etwas Schöneres, als den freien Wind auf dem Wasser und unter dem Himmelszelt zu genießen: „Der Kopf wird frei, die Gedanken können sich entfalten und der Geist schläft nicht ein.“ Segeln wurde so zu einer ersten großen Leidenschaft in seinem Leben. Ein weiteres Hobby, das ihn antreibt, sei Biken: „Eine Stunde durch die Lewitz zu fahren, gehört zu den großen Privilegien, die ich habe.“ Frank Jochmann lächelt, wenn er von seinen Hobbys spricht: Segeln und Biken. Dinge, die er oft allein macht. Auch, wenn ihn sein Sohn oder einer seiner Freunde von Zeit zu Zeit auf dem Motorrad begleitet. Auf die Frage, ob er denn das Alleinsein und die Stille manchmal geradezu genieße, sagt der 6-fache Vater und Chef von 45 Angestellten nach einer kurzen Pause mit einem leichten Anflug eines Lächelns im Gesicht: „Ach ja, das kann ich schon so bestätigen. Das hält aber nie allzu lange an.“

Jochmann ist nicht nur als Arbeitgeber besonders familienfreundlich – er ist selbst Familienmensch durch und durch. Früher, wenn Sommerferien waren, dann ging es mit allen Kindern nach Dänemark, sagt er: „Die Nordsee fand und finde ich bis heute hin immer ein Stück wilder, freier und dadurch auch reizvoller als unsere Ostsee, um dort Urlaub zu machen. Die Insel Römö hatte es uns angetan. Man fährt mit Mann und Maus mit dem Bus bis kurz vor die Brandung, alle springen raus und sind sofort im Wasser.“ Smartphones und Tablets gab es zu jener Zeit noch nicht. Glücklicherweise, wie Jochmann betont. So kann der Unternehmer mit seiner Familie die Ruhe am Strand genießen. Heute sei das anders, sagt er. Heute habe auch er sein Smartphone am Mann – auch, wenn er nicht immer erreichbar sei im Urlaub. Diesen Luxus aber könne er sich eben nur leisten, weil ihm externe Experten schon früh zeigten, wie man als Unternehmer die richtigen und wichtigen Entscheidungen trifft: „Meine Mitarbeiter sind in der Lage zu beurteilen, wie dringend eine Fragestellung sein muss, damit ich meinen Urlaub innerlich unterbreche“, lacht Jochmann und ergänzt: „Dafür müssen sie alle Teil des Ganzen sein und meine strategischen Denkweisen kennen und mit leben.“ Einmal im Jahr gibt es daher eine Art „Jochmann-Familientreffen“, wenn alle Mitarbeiter einen ganzen Tag lang zusammenkommen und gemeinsam das Vergangene auswerten und die Ziele für das Kommende Jahr festlegen. „Dabei entstehen im Austausch miteinander großartige Ideen, von denen wir immer wieder profitieren“, lobt Jochmann die Mitwirkung seiner Mitarbeiter an der offen gelebten Kultur des Unternehmens.

Fast schon so, wie in einer ganz großen Familie.

Steckbrief

  • gegründet 1990
  • 45 Mitarbeiter
  • Sanitär- und Heizungs-Handwerksbetrieb
  • eigener Fachmarkt mit ca. 1.000 Quadratmetern Ausstellungs- und Verkaufsfläche
  • Frank Jochmann Unternehmer des Jahres in M-V 2018
Jochmann GmbH / Dargelützer Weg 27 / 19370 Parchim
Tel.: 03871 213581 / E-Mail: info[at]jochmann-bad.de

 

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Marc Brendemühl
Projektmanager Kommunikation und Marketing
+49 (0)3874 62044-18

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