Bastian Pochstein, Lübzer und der fortwährende Erfolgsdurst

Ausgabe 38
Sa, 03/16/2019

Von hier. Jung. Und reich an Erfahrung:

Bastian Pochstein, Lübzer und der fortwährende Erfolgsdurst

Bastian Pochstein ist ein echter Norddeutscher. Geboren und aufgewachsen in Schwerin, zog es den Getränkespezialisten nach seinem Studium in Rostock zunächst in die große Markenwelt des Energy-Brause-Herstellers Red Bull. Mit reichlich Verantwortung im Gepäck wechselte er später zum Markenführer für Kräuterliköre Jägermeister, bevor er schließlich in seine alte Heimat zurückkehrte, um dort bei Lübzer, der starken Traditions-Biermarke in Mecklenburg-Vorpommern, das Ruder zu übernehmen. Seit Sommer 2018 ist Bastian Pochstein Geschäftsführer am Brauereistandort. Sitz des Unternehmens: Lübz im Landkreis Ludwigslust-Parchim.

Wenn man Bastian Pochstein das erste Mal gegenübersteht, fallen einem sofort die typischen Attribute eines Norddeutschen auf: hellblonde Haare, blaue Augen, drahtige Figur und seine Körpergröße. Ganze 1,93 m misst der gebürtige Schweriner. „Früher war ich Volleyballer“, sagt Pochstein lächelnd. In Schwerin, wo er seine Kindheit und Jugend verbrachte, beinahe schon selbstverständlich. Damals wollte er hoch hinaus. Allerdings wurde zu DDR-Zeiten noch sehr genau Maß genommen und da hieß es dann im Falle Pochsteins, er sei ein ganz klein wenig zu kurz geraten für den Spitzensport. Das war’s dann zwar zunächst mit den ganz großen Höhenflügen, dennoch hat er es später bis in die dritthöchste Deutsche Spielklasse geschafft. Seit ein paar Jahren ist Beach-Volleyball sein persönliches Rezept für den gesunden Ausgleich zum herausfordernden Berufsalltag. Am Warnemünder Strand gibt es zahlreiche Möglichkeiten für den Wahl-Rostocker, ungebremst zu baggern, zu stellen, zu schmettern und ebenso zu blocken. Wenn das Wetter passt, steuert Pochstein zielgerichtet gen Ostseestrand – auf der Suche nach Spielgelegenheiten.

Sein Herz für Rostock und die Waterkant entdeckte Bastian Pochstein bereits nach der Schulzeit. Zum Studieren zog er damals an die Küste. Er schrieb sich ein für die Wirtschaftswissenschaften und verliebte sich dort nicht nur in die größte Stadt des Landes. Auch privat ging er in der Hansestadt „vor Anker“: Die Liebe seines Lebens und die beiden gemeinsamen Kinder bilden den sicheren Hafen, von dem aus Bastian Pochstein in den Folgejahren aufbricht, um die Welt der großen Getränkemarken ausgiebig zu erkunden und schließlich zu erobern. Zum Ende der Studienzeit nimmt er jedoch noch einen kurzzeitigen Kurswechsel vor: An der Hochschule Wismar erscheint ihm die Materie „Wirtschaft“ praxisbezogener vermittelt zu werden. Ein guter Schachzug in seinen Augen.

Als Bastian Pochstein sein Studium absolviert hat, bewirbt er sich bei dem österreichischen Brause-Hersteller Red Bull. Die Marke, die Flügel verleihen soll, ist in jener Zeit bereits seit Jahren sprichwörtlich in aller Munde und segelt auf der Trend-Woge der Energy-Drinks unbeirrt allen Wettbewerbern auf und davon. So groß der Vorsprung auch ist, die Marke Red Bull steht seit jeher für Inspiration, Kreativität und dafür, stets Neues zu suchen und zuzulassen. So darf sich Pochstein ausgiebig ausprobieren und sich im Job ausleben. Im Vertrieb, dem Key Account Management, macht er von sich reden. Pochstein: „Red Bull war für mich ein absoluter Glücksgriff nach dem Studium. Ich durfte mich als junger Mitarbeiter beweisen und hatte recht schnell Verantwortung. Das war eine großartige Erfahrung für mich.“

Nach 12 Jahren bei Red Bull folgte jedoch der Wechsel zu einer anderen großen Marke im Getränkebereich: Jägermeister. Der Kräuterlikör, der einst in den 70er Jahren als erster Trikotsponsor im Deutschen Profi-Fußball für Aufsehen gesorgt hatte, danach jedoch in eine Art Dornröschenschlaf gefallen war, aus dem er ein paar Jahre vor Pochsteins Engagement wieder erwachte, bedeutete für ihn, erneut einen Schritt nach vorn zu wagen. Noch mehr Verantwortung und ein noch umfassenderes Aufgabengebiet forderten ein noch größeres Engagement. Wieder gelang es Bastian Pochstein, erfolgreich zu agieren.

Brause, Kräuterlikör - der Weg zur führenden Biermarke im Nordosten war beinahe logisch

Zu jener Zeit aber standen bereits die Verbindungen zur Lübzer Brauerei – gepaart mit dem Wunsch Pochsteins, arbeitstechnisch näher an den Familienwohnort Rostock heranzurücken. Das Ziel war, mit ein wenig Anlauf und Schützenhilfe in die großen Fußstapfen zu treten, die Wilfried Horn als Geschäftsführer der Brauerei mindestens im gesamten Nordosten – und auch darüber hinaus – verteilt hat. „Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie es war, als ich Wilfried Horn das allererste Mal begegnet bin. Damals war ich noch bei Red Bull und wir durften beim Lübzer Turmfest dabei sein“, erinnert sich Pochstein. Man sei im Verlaufe der Veranstaltung zu späterer Stunde in größerer Runde im Turmzimmer – einer Art „Betriebsbar“ mit Aussicht über beinahe das gesamte Gelände zusammengekommen. Pochstein: „Wilfried Horn betrat den Raum und es war ganz genauso, wie ich es später immer wieder erlebt habe: Die Gespräche verstummten und er hatte automatisch sofort die gesamte Aufmerksamkeit.“ Es ist die Aura Horns, die Pochstein fasziniert. Daneben aber ist es auch die Marke Lübzer, die schon sehr lange für all das steht, was Bastian Pochstein an seiner Heimatregion so sehr liebt: die Authentizität, die Geradlinigkeit und eine Art süffisantes Understatement im Vergleich zu den zahlreichen herben Biermarken des Nordens, die im Vergleich zu Lübzer ihr Terrain vor allem auch im internationalen Bereich sehen und suchen. „Lübzer ist einen Hauch echter und unverwechselbarer als andere“, sagt er nachdenklich, „dennoch brauchte und braucht auch unsere Marke ein wenig mehr Frische, um langfristig noch erfolgreicher am Markt zu sein.“ Man dürfe schließlich nicht vergessen, das der gesamtdeutsche Biermarkt in den vergangenen 30 Jahren größtenteils rückläufige Zahlen aufzuweisen hatte.

Der Wechsel zu Lübzer erfolgte behutsam, wenn man so will. Zunächst wurde Bastian Pochstein Verkaufsdirektor in der Schlüsselregion Nordost. An der Seite seines Vorgängers Wilfried Horn durfte er reifen und in die hauptverantwortliche Führung als Geschäftsführer hineinwachsen. Die Übergabe des Staffelstabes erfolgte dann schließlich im Sommer 2018. Wichtige strategische Anliegen, die das Unternehmen für die Zukunft stärker machen sollen, konnte Pochstein noch gemeinsam mit Horn beraten. Die Entwicklung und Durchführung dieser Maßnahmen obliegt jedoch ihm selbst. Pochstein: „Wir haben rund 200 Angestellte und werden in den kommenden Jahren unser Team entscheidend verjüngen müssen. Das ist eine sehr große Herausforderung für uns.“ Zudem arbeite er intensiv an Erweiterungsplänen am Standort. „Unser Vorteil, den wir in dieser Region haben, ist, dass wir erweitern können. Da haben andere Brauereien ganz andere Sorgen“, sagt Pochstein

Pochstein hat große Pläne für die Zukunft von Lübzer

Er selbst sieht das Aufgabenfeld, dass er bei Lübzer übernommen hat, als ein langfristiges Vorhaben: „Wenn man Marktführerschaft anstrebt oder verteidigt, dann bedeutet das, an sehr vielen Strängen gleichzeitig ziehen zu müssen. Wir sehen uns im Nordosten als Marktführer und wollen diese Position künftig noch weiter ausbauen.“ Die Tatsache, dass der Craft-Beer-Trend dazu geführt hat, dass insbesondere auch neue kleinere Brauereien entstehen und wachsen konnten, sind für ihn kein Hindernis. Pochstein erblickt darin eher ein Zeichen für Wachstumschancen: „Wenn mehr Qualität und mehr Auswahl am Markt vorhanden sind, muss man selbst zulegen – dann aber bieten sich bessere Optionen, um erfolgreich zu agieren. Ich sehe uns da in einer komfortablen Situation. Lübzer besitzt eine sehr starke Tradition und Qualität. Und – das darf man nicht vergessen – die Marke gehört für viele Menschen, insbesondere in unserem Bundesland, zum Leben dazu. Wir sind Teil der Familienwelt.“

Apropos „Familienwelt“: Kürzlich führte der frischgebackene Geschäftsführer die Brauerei seiner Familie und einigen sehr engen Freunden vor. „Die haben ganz schön große Augen gemacht und waren sehr beeindruckt von unserem Standort.“ Man kann ihn spüren - den Stolz, der den Familienvater bewegt. Und man erkennt in seiner Miene den Willen, erfolgreich die nächsten Schritte in der langen Markenhistorie von Lübzer zu steuern und zurückzulegen. Es ist der sprichwörtliche Durst nach Erfolg, den man Bastian Pochstein anmerkt. Nicht nur in diesen Worten, sondern ganz grundsätzlich.          

Steckbrief

  • Gegründet 1877
  • Rund 200 Angestellte
  • Jährliche Produktion: 1,3 Millionen Hektoliter Bier
  • 4,1 % Volumenwachstum in 2018
Mecklenburgische Brauerei Lübz GmbH // Eisenbeissstraße 1 // 19386 Lübz
Service-Hotline: 01805-987001 (Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr)

 

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Marc Brendemühl
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